Neugeordnete MilitärführungKim Jong Un tauscht Verteidigungsminister aus

Kim Jong Un baut seine Militärspitze um: Der Verteidigungsminister verliert Amt und Parteiposten. Während Pjöngjang sein Arsenal modernisiert und Raketen testet, bleibt der Grund für den abrupten Wechsel im Dunkeln.
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat im Zuge eines Umbaus der Militärführung den bisherigen Verteidigungsminister ersetzt. Neuer Amtsinhaber ist der Leiter des Politbüros der nordkoreanischen Volksarmee, Kim Song Gi, wie Nordkoreas staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtete.
Der bisherige Verteidigungsminister No Kwang Chol wurde bei dem Treffen der Zentralen Militärkommission, der Kim Jong Un vorsitzt, entlassen und aus der zentralen Parteiführung entfernt. Laut KCNA wurde der 70-Jährige stattdessen zum ersten stellvertretenden Leiter der Abteilung für Munitionsindustrie im Zentralkomitee der herrschenden Arbeiterpartei ernannt.
Warum Kim den Posten neu besetzte, berichtete KCNA nicht. Bei der Sitzung der Militärkommission seien "eine Reihe von Plänen zur strukturellen Neuorganisation für die Verbesserung und Entwicklung künftiger Verteidigungsangelegenheiten" besprochen worden, hieß es lediglich.
Sich anbahnende Neuausrichtung
Der Personalwechsel kommt zu einer Zeit, in der Nordkorea die Modernisierung seines Militärs weiter vorantreibt. Erst vergangene Woche hatte das abgeschottete Land nach Angaben des Nachbarlandes Südkorea mindestens zehn ballistische Kurzstreckenraketen abgefeuert. Laut mehreren Resolutionen des UN-Sicherheitsrats ist es Nordkorea grundsätzlich untersagt, ballistische Raketen abzufeuern.
Nordkorea unterliegt wegen seines Atomwaffenprogramms internationalen Sanktionen. In den vergangenen Jahren hat das kommunistisch geführte Land seine Beziehungen zu Russland ausgebaut und das von den USA unterstützte Südkorea als seinen "feindlichsten" Gegner bezeichnet. Die beiden Staaten auf der koreanischen Halbinsel befinden sich offiziell noch immer im Kriegszustand, der Koreakrieg endete 1953 nur mit einem Waffenstillstand.
US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt scharfe Kritik an dem historischen Verbündeten Südkorea geäußert - insbesondere wegen der südkoreanischen Weigerung, sich am US-Krieg gegen den Iran zu beteiligen. Zugleich erklärte er, er habe eine "sehr gute Beziehung" zum nordkoreanischen Machthaber, mit dem er sich noch in diesem Jahr treffen wolle.